Zweimal im Jahr durchläuft jedes Pferd einen intensiven Wandel: den Fellwechsel. Dieser hormonell gesteuerte Prozess ist weit mehr als ein rein äußerlicher Vorgang – er beeinflusst den gesamten Organismus, von der Hautgesundheit über das Immunsystem bis hin zum Stoffwechsel. Während der Körper auf Hochtouren arbeitet, um altes Fell abzustoßen und neues nachzubilden, steigt der Nährstoff- und Energiebedarf deutlich an.
Doch wie genau läuft der Fellwechsel ab? Welche Faktoren beeinflussen ihn? Und wie kannst du dein Pferd in dieser anstrengenden Phase gezielt unterstützen? Diese Fragen beantworten wir ausführlich in diesem Beitrag.
Wie funktioniert der Fellwechsel?
1. Hormonelle Steuerung durch Tageslicht
Der Hauptauslöser für den Fellwechsel ist die Veränderung der Tageslichtlänge. Die Zirbeldrüse registriert diese Veränderungen und passt die Produktion des Hormons Melatonin an, welches wiederum auf weitere Hormone – insbesondere Schilddrüsenhormone – einwirkt. Diese steuern den Haarwachstumszyklus und leiten den Wechsel von Winter- zu Sommerfell (und umgekehrt) ein.
2. Der Haarzyklus: Ein ständiger Erneuerungsprozess
Jedes Haar durchläuft mehrere Phasen:
🔹 Anagenphase (Wachstumsphase): Neues Haar wird in der Haarwurzel gebildet.
🔹 Katagenphase (Übergangsphase): Das Haarwachstum stoppt, die Wurzel bildet sich zurück.
🔹 Telogenphase (Ruhephase & Abstoßung): Das alte Haar fällt aus und wird durch neues ersetzt.
Während des Fellwechsels befinden sich viele Haarfollikel gleichzeitig in der Telogenphase, was zu verstärktem Haarverlust führt.
3. Unterschied zwischen Frühjahrs- und Herbstfellwechsel
🔹 Frühjahr: Das dichte Winterfell wird durch ein feineres Sommerfell ersetzt – ein besonders energieintensiver Prozess.
🔹 Herbst: Der Wechsel zum dichten Winterfell verläuft oft schneller, da der Körper sich zügig auf sinkende Temperaturen vorbereiten muss.
Faktoren, die den Fellwechsel beeinflussen
✔ Alter & Gesundheit: Junge Pferde bewältigen den Fellwechsel oft problemlos, während ältere oder stoffwechselkranke Pferde (z. B. mit Cushing-Syndrom) Schwierigkeiten haben.
✔ Ernährungsstatus: Ein Mangel an essenziellen Nährstoffen wie Zink, Biotin, Kupfer oder Aminosäuren kann den Fellwechsel verzögern.
✔ Haltung & Klima: Pferde, die viel draußen leben, passen sich schneller an die Jahreszeiten an, während Stallpferde oft verzögert reagieren.
Besondere Herausforderungen im Fellwechsel
Erhöhter Energieverbrauch
Der Fellwechsel ist eine enorme Stoffwechselbelastung für Pferde, da das Wachstum neuer Haare einen intensiven Zellteilungsprozess erfordert. Besonders im Frühjahr steigt der Energiebedarf stark an, da das dichte Winterfell nicht nur abgestoßen, sondern auch durch feineres Sommerfell ersetzt werden muss. Dieser Prozess ist für den Organismus aufwendiger als der Herbstfellwechsel.
Vor allem ältere Pferde oder solche mit einem verlangsamten Stoffwechsel haben oft Schwierigkeiten, den zusätzlichen Energiebedarf zu decken. Pferde mit geringem Appetit oder solche, die schwer an Gewicht zunehmen, sollten während dieser Phase besonders gut beobachtet werden. Ein Mangel an Energie oder wichtigen Nährstoffen kann den Fellwechsel verzögern und zu stumpfem, struppigem Fell führen.
So kannst du dein Pferd gezielt unterstützen:
✔ Hochwertige Proteinquellen – Luzerne, Leinsamen oder Sojaextraktionsschrot und auch qualitatives Kollagenhydrolysat liefern essenzielle Aminosäuren für das Haarwachstum.
✔ Faserreiche Futtermittel – Rübenschnitzel und Heucobs sind leicht verdaulich und helfen, den Energiebedarf zu decken.
✔ Hochwertige Öle – Leinöl oder Hanföl liefern konzentrierte Energie und essenzielle Fettsäuren für Haut und Fell.
✔ Optimale Mineralstoff- & Spurenelementversorgung – Zink, Kupfer, Biotin und Selen sind essenziell für eine gesunde Haut- und Haarbildung.
Empfindliche Haut & Fellprobleme
Während des Fellwechsels ist die Haut besonders empfindlich. Der gesteigerte Stoffwechsel und hormonelle Veränderungen führen zu einer stärkeren Durchblutung der Haut, wodurch sie sich in einer intensiven Regenerationsphase befindet. Gleichzeitig kann die Talgproduktion schwanken, was den natürlichen Schutzfilm der Haut vorübergehend beeinträchtigt.
Dadurch können Hautprobleme wie Juckreiz, Schuppenbildung oder eine erhöhte Anfälligkeit für Infektionen auftreten. Auch hartnäckige, lang anhaftende Fellreste sind keine Seltenheit, insbesondere bei älteren Pferden oder solchen mit Stoffwechselerkrankungen.
Haut- und Fellprobleme während des Fellwechsels
Der Fellwechsel kann die Haut empfindlicher machen und verschiedene Probleme begünstigen:
🔹 Pilzinfektionen & Mauke: Durch verstärkte Hautschuppung entstehen ideale Bedingungen für Pilze und Bakterien.
🔹 Juckreiz & Schuppenbildung: Trockene Haut oder eine schwankende Talgproduktion können Irritationen verursachen.
🔹 Haarlose Stellen: Übermäßiges Scheuern oder Nährstoffmangel kann zu kahlen Bereichen führen.
🔹 Hartnäckige Fellreste: Besonders ältere oder stoffwechselkranke Pferde haben oft Schwierigkeiten, das alte Fell vollständig abzuwerfen.
So unterstützt du Haut und Fell optimal

✔ Regelmäßige Fellpflege: Striegeln und Bürsten fördern die Durchblutung, helfen beim Haarwechsel und regen das Wachstum an.
✔ Omega-3-Fettsäuren & Zink: Stärken die Hautbarriere und wirken entzündungshemmend.
✔ Darmgesundheit fördern: Eine stabile Darmflora mit Probiotika kann Hautprobleme reduzieren, da Haut und Verdauung eng zusammenhängen.
✔ Natürliche Pflege: Öle wie Schwarzkümmel- oder Kokosöl unterstützen die Hautregeneration und wirken antimikrobiell.
Fellwechsel als Stressfaktor für den Organismus
Für Pferde mit Stoffwechselerkrankungen kann der Fellwechsel eine enorme Belastung sein:
🔹Equines Cushing-Syndrom (PPID): Betroffene Pferde haben oft Schwierigkeiten, das alte Fell abzuwerfen, da ihr Hormonhaushalt den Wechsel nicht richtig steuern kann.
🔹Equines metabolisches Syndrom (EMS): Eine gestörte Insulinregulation kann den Fellwechsel beeinflussen. Hier hilft eine stärke- und zuckerarme Ernährung.
🔹Polysaccharid-Speicher-Myopathie (PSSM): Pferde mit dieser Muskelerkrankung neigen zu Erschöpfung und Verspannungen während des Fellwechsels.
Warnsignale für eine Überlastung des Stoffwechsels
❗Müdigkeit & Antriebslosigkeit – Dein Pferd wirkt schlapp oder liegt häufiger.
❗Mattes, glanzloses Fell – Der Fellwechsel verläuft ungleichmäßig.
❗Muskelverspannungen & Steifheit – Besonders problematisch bei PSSM-Pferden.
❗Schuppige Haut & hartnäckige Fellreste – Hinweise auf einen gestörten Stoffwechsel oder Nährstoffmangel.
Durch gezielte Pflege, eine nährstoffreiche Fütterung und eine angepasste Unterstützung der Stoffwechselorgane kannst du dein Pferd optimal durch diese anspruchsvolle Phase begleiten.
Warum Aktivkollagen HORSE den Fellwechsel unterstützt
Während des Fellwechsels braucht der Körper besonders viele Baustoffe, um Haut und Haar zu erneuern. Kollagen spielt dabei eine entscheidende Rolle, da es die Hautstruktur stärkt und die Haarfollikel unterstützt.
Aktivkollagen HORSE – Mehr als nur Gelenkgesundheit
Aktivkollagen HORSE wurde speziell entwickelt, um den Knorpelaufbau in den Gelenken zu fördern. Doch es hat noch einen wertvollen sekundären Effekt: Es regt die körpereigene Kollagenproduktion an. Dadurch profitieren nicht nur Sehnen, Bänder und Gelenke, sondern auch Haut und Fell.
✔ Gelenkaufbau & Beweglichkeit: Bioverfügbare Kollagenpeptide fördern die Regeneration des Knorpelgewebes.
✔ Starke Sehnen & Bänder: Eine stabile Bindegewebsstruktur schützt vor Verletzungen.
✔ Gesunde Haut & glänzendes Fell: Die Haut wird widerstandsfähiger, wodurch das Haarwachstum optimal unterstützt wird.
✔ Beschleunigter Fellwechsel: Durch die verbesserte Nährstoffversorgung läuft der Wechsel gleichmäßiger ab.
Kollagen im Fellwechsel: Die entscheidenden Vorteile
✅ Fördert die Hautregeneration → Haut wird elastischer, widerstandsfähiger und kann Mikroverletzungen schneller reparieren.
✅ Stärkt das Haarwachstum → Essenzielle Aminosäuren wie Glycin und Prolin sind wichtig für die Bildung von Keratin, dem Hauptbestandteil von Fell und Mähne.
✅ Optimiert die Feuchtigkeitsbalance der Haut → Kollagen bindet Wasser, wodurch trockene Haut und Schuppenbildung reduziert werden.
Wichtige Kofaktoren für eine optimale Kollagenaufnahme:
🔹 Vitamin C: Unterstützt die körpereigene Kollagenproduktion (z. B. durch Hagebutten oder Sanddorn).
🔹 Zink & Kupfer: Essenziell für die Haut- und Haarbildung.
Die Unterstützung mit Kollagenpräparaten bei Pferden während des Fellwechsels kann vorteilhaft sein, insbesondere durch die Förderung der Hautelastizität und -regeneration.
Der Fellwechsel ist ein hochkomplexer, hormonell gesteuerter Prozess, der den Pferdekörper stark beansprucht. Eine angepasste Ernährung, gezielte Pflege und Unterstützung der Stoffwechselorgane können diesen Übergang erleichtern. Besonders ältere oder gesundheitlich vorbelastete Pferde profitieren von einer zusätzlichen Unterstützung durch Nährstoffe wie Zink, Biotin oder Kollagen.
Ein Beitrag von Bettina Staude und Laura Hausmanns
Referenzen:
Manfred Coenen, Angela Vervuert – Pferdefütterung (2019)
Gesellschaft für Ernährungsphysiologie (GfE) – Empfehlungen zur Energie- und Nährstoffversorgung von Pferden (2014)
Horst Wissdorf, Eberhard Gerhards, Theodor Huskamp, Ludwig Deegen – Anatomie für die Tiermedizin (2013)
Jürgen Zentek, Daniel Kopp, Ellen Kienzle – Ernährung des Pferdes (2021)
David Frape – Equine Nutrition and Feeding (5. Auflage, 2010)
Robert J. Van Saun, Carey A. Williams – Equine Nutrition: Feeding and Care (2021)
Carol Ekarius – Storey’s Guide to Raising Horses (2010)
Dobenecker et al. (2018) – Untersuchung zur Wirksamkeit von bioaktiven Kollagenpeptiden bei Pferden mit leichter bis mittelschwerer Osteoarthritis